Von Einwanderer- zu Profiklubs: Drei Beispiele aus Schwedens 2. Liga

STD_Schweden-Flagge_481Flüchtlingskrise, Integrationsfrage, Doppelpassdebatte. Die Einwanderung bestimmt die Agenda in Deutschland und führt in der Konsequenz zu nicht für möglich gehaltenen Wahlerfolgen der AfD. Auch in Schweden wird die Zuwanderung zunehmend kritischer diskutiert. Dabei verfügt das Land seit den 1960er Jahren über die liberalste Einwanderungspolitik Europas. Eine Tatsache, die sich auch im Fußball niederschlägt. Zlatan Ibrahimovic und Henrik Larsson, dessen Vater von den Kap Verden stammt, sind die herausragenden schwedischen Spieler der letzten Jahrzehnte. Auch auf Vereinsebene hinterlässt die Einwanderung bemerkenswerte Spuren: Drei der aktuell 16 schwedischen Zweitligaklubs wurden von Migranten gegründet: Assyriska FF, Syrianska FC und Dalkurd FF.

UPDATE (28.10.2017): Dalkurd FF hat heute den Aufstieg in die erstklassige Allsvenskan perfekt gemacht, während sich Syrianska FC anschickt Assyriska FF in die 3. Liga zu folgen. Dorthin war Assyriska am Ende der letzten Saison abgestiegen und misst sich dort morgen mit Arameisk-Syrianska, einem weiteren aramäischen Klub. Weiterlesen

Christian Demirtas: „Wir Aramäer sind enorm fußballverrückt.“

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Christian Demirtas (Quelle: Würzburger Kickers)

Christian Demirtas ist Fußballprofi. Viele werden ihn noch als Erstligaspieler des 1. FSV Mainz 05 kennen. Auch in Jena und Karlsruhe wird man sich noch an den kleinen, dunkelhaarigen Außenverteidiger erinnern, der für beide Klubs die Außenbahn bespielte. Seit 2014 steht er beim Drittligisten Würzburger Kickers unter Vertrag. Was einigen hierzulande allerdings entgangen sein dürfte: 2012 und 2013 spielte er in Schwedens Eliteklasse für Syrianska FC. Ein Klub mit einer aramäischen Identität, genauso wie Christian Demirtas. Weiterlesen