Portugal gegen Spanien lautet heute Abend das ewig junge Nachbarschaftsduell im Halbfinale der EURO. Die Bilanz spricht mit 15 zu 7 Siegen deutlich für Spanien. Auch das letzte wichtige Aufeinandertreffen entschieden die Spanier bei der WM in Südafrika für sich. Die Dominanz war seinerzeit größer als es der 1:0-Endstand aussagt. Cristiano Ronaldo würde heute Abend liebend gerne den Spieß umdrehen. Ein Sieg mit seinen Portugiesen würde ihn dann auch dem Ballon d’Or näherbringen, dem Goldenen Ball für den Weltfußballer des Jahres.
England vs. Italien: Der unscheinbare Rekordmann
Dieser Tage huschte die Meldung durch die Medien, England habe seit dem Spiel gegen die Ukraine einen neuen Rekordspieler. Demnach habe niemand mehr Partien bei Welt- und Europameisterschaften für die „Three Lions“ absolviert als eben jener Kicker. Der Name war für mich dann eine echte Überraschung. Nicht David Beckham, nicht Peter Shilton, nein, Ashley Cole laute nunmehr der Dauerbrenner der Engländer!
Spanien vs. Frankreich: Einer fehlt
Höchstwahrscheinlich hätte er heute in der Innenverteidigung gespielt. Höchstwahrscheinlich hätte er die meisten Gegenspieler beim Handshake innig begrüßt. Höchstwahrscheinlich hätte dies eines seiner letzten großen Spiele mit der Nationalelf sein können. Alleine … es sollte nicht sein. Im März 2011 entdeckten Ärzte einen Tumor in Eric Abidals Leber. Von der unmittelbar folgenden Operation erholte sich der Franzose erstaunlich schnell und holte nur zwei Monate später mit dem FC Barcelona die Champions League. In diesem März verschlechterte sich sein Gesundheitszustand erneut, so dass ihm Mitte April eine Spenderleber transplantiert wurde.
Deutschland vs. Griechenland: Papas ante portas
Im Grunde kann kein Beitrag über die griechische Nationalmannschaft ohne Otto Rehhagel auskommen. Er ist und bleibt der Erfolgscoach der Hellenen, mit dem Höhepunkt des EM-Titels 2004. Bei seinen Erfolgen vertraute er gerne erfahrenen Spielern, wie dem George Clooney der Torhüter-Gilde Antonios Nikopolidis oder den Routiniers Theodoros Zagorakis und Angelos Basinas. Gegen Ende seiner Amtszeit waren Georogios Karagounis und Konstantios Katsouranis seine verlängerten Arme auf dem Spielfeld. In der Defensive bestimmten Spieler wie Sotirios Kyrgiakos und der „Koloss von Rhodos“, Traianos Dellas, das Geschehen. Was dabei gerne übersehen wird, Rehhagel baute zuletzt auch junge Spieler in sein Team ein.
Tschechien vs. Portugal: 1996 reloaded
1996 kam der Fußball nach Hause. Die Europameisterschaft gastierte in England und gebar einige Helden. Einer von ihnen war Karel Poborsky, langmähniger Mittelfeldakteur von Slavia Prag. Er führte seine Tschechen gegen die portugiesische Elf mit einem wahnwitzigen Lob ins Halbfinale. Fast genau auf den Tag 16 Jahre später stehen sich die beiden Nationalteams erneut bei einer EURO in der Runde der letzten Acht gegenüber.
England vs. Ukraine: Das verrückte Jahr des Andriy Pyatov
Die Nationalelf der Ukraine sorgte im Vorfeld der EURO für kuriose Schlagzeilen. Im Monatsrhythmus kam dem Team ein Torhüter nach dem anderen abhanden. Alle Keeper, die Nationalcoach Oleh Blokhin in den acht Länderspielen zwischen August 2011 und Ende Februar 2012 eingesetzt hatte, standen ihm nicht mehr zur Verfügung. Zunächst war da Oleksandr Rybka, der Ende Januar aufgrund eines Dopingvergehens gesperrt wurde. Dann erlitt Andrey Dikan im März bei einem Spiel seines Vereins Spartak Moskau schwere Gesichtsverletzungen und schließlich musste Routinier Oleksandr Shovkovski im April mit einer Schulterverletzung passen. So war überall zu lesen, dass mit Andriy Pyatov nur die Nummer 4 das Tor der Ukraine hüten würde. Doch Pyatov ist alles andere als eine Notlösung.
Italien vs. Irland: Zweiter Klasse zur EURO
Alle Tifosi fiebern dem letzten Vorrunden-Spiel ihrer Elf am heutigen Abend entgegen. Dabei schwingt oftmals ein gewisses Unbehagen mit. Zum einen fürchten sie, dass Kroatien und Spanien 2:2 spielen, womit Italien selbst bei einem eigenen Sieg aufgrund der direkten Vergleiche ausgeschieden wäre. Zum anderen blicken sie argwöhnisch auf ihren eigenen Gegner: Irland. Eigentlich sollten die Iren nach den bisher gezeigten Leistungen die Squadra Azzurra vor keine großen Probleme stellen, doch da gibt es noch Giovanni Trapattoni auf der Bank der Iren und vor dem hat ganz Italien einen Heidenrespekt. Seine Landsleute trauen dem alten Trainerfuchs zu, den Iren eine Marschroute mit auf den Weg zu geben, die sein Heimatland straucheln lässt. Realistisch betrachtet ein überzogener Respekt. Trapattoni mag zwar über reichlich Erfahrung und Wissen verfügen, sein Team präsentierte sich allerdings bei diesem Turnier als zu blauäugig und ehrfurchtsvoll. Kein Wunder bei einem Aufgebot, das mehrere Spieler umfasst, die in ihren Vereinen keine Leistungsträger sind oder die sogar nur zweitklassig spielen.
Dänemark vs. Deutschland: Die vier Dänen vom Danone-Klub
Heute Abend spielen die Dänen gegen die deutsche Elf um den Einzug ins Viertelfinale der Europameisterschaft. Entscheidend könnte dabei wieder die Leistung des dänischen Torhüters Stephan Andersen sein. Noch Ende Mai war für den 30-jährigen vom französischen „Hoffenheim“ FC Evian Thonon Gaillard nicht ersichtlich, dass er über die Rolle des Ersatztorhüters hinauskommen würde. Doch dann verletzte sich Stammkeeper Thomas Sörensen und plötzlich war es Andersen, der die niederländische Offensive im ersten Turnierspiel zur Verzweiflung brachte.
Tschechien vs. Polen: Ein Mähre namens Gebre Selassie
Dass Tschechien bei dieser EURO eine Wundertüte sein würde, schwante mir schon im Mai beim Öffnen einer Panini-Sammeltüte. Da schmunzelte mich doch Theodor Gebre Selassie an, der mir vollkommen unbekannt war. Ich hatte bis dahin angenommen, dieser Name sei für Langstreckenläufer reserviert, doch nun erfuhr ich, dass es sogar einen dunkelhäutigen tschechischen Fußballer gab, der es ganz offensichtlich drauf haben musste.
Schweden vs. England: Englischer Jugendstil
Bei der EURO handelt es sich ja eigentlich um eine Meisterschaft für gestandene Profis. Dennoch waren schon immer die jungen Shootingstars das Salz in der Suppe eines jeden Turniers. Derzeit schickt sich beispielsweise der 21-jährige Alan Dzagoev an, dem Turnier seinen Stempel aufzudrücken. Neben ihm sind 34 weitere EURO-Kicker immer noch für Juniorennationalteams spielberechtigt, da sie Jahrgang 1990 oder jünger sind. Die meisten Youngster stellt überraschenderweise England.