2018/19: Abschlusstabellen vs. kicker-Ranglisten in Liga 1 & 2

Aus die Maus! Die 1. Bundesliga und die 2. Bundesliga haben ihre 34. Spieltage hinter sich gebracht. Heute Abend kommt es dann zum ersten Teil des allerletzten Halali, wenn sich der VfB Stuttgart und Union Berlin um den letzten Platz in Liga 1 duellieren. Dabei hätte es durchaus zwei andere Teams erwischen können, wenn man den Benotungen des kicker Sportmagazins glauben darf. Wie schon mehrmals in den letzten Jahren habe ich mir eine kleine Spielerei erlaubt und die Abschlusstabelle den kicker-Bewertungen gegenübergestellt:

Spieltag für Spieltag benoten die kicker-Redakteure die eingesetzten Spieler sämtlicher Bundesligateams. Aus den Bewertungen ergibt sich ein Durchschnittswert für jede Mannschaft, der nach dem Saisonende teilweise überraschende Tabellenkonstellationen zutage fördert. Natürlich sind die Benotungen subjektiv gefärbt. (So weiß der geneigte HSV-Fan schon seit Jahren, dass sein Team bei den Sportjournalisten mal so gar keinen Bonus genießt.) Aber wessen Job Woche für Woche unter anderem darin besteht, Spieler nach einigermaßen einheitlichen Maßstäben zu bewerten, dem ist man geneigt eine gewisse Aussagekraft zuzuschreiben. Und auch wenn sich diverse Spieler-Benotungen manchmal so gar nicht mit meinen Beobachtungen decken, so kann man auf die Gesamtleistung des Teams hochgerechnet, dem Urteil der Experten oftmals folgen.

Wie fällt nun das Abschlusszeugnis zu den gezeigten Leistungen der 36 Bundesligisten aus? Sie enthält einige spektakuläre Änderungen im Vergleich zum tatsächlichen Abschlussranking! So würde der 1. FC Heidenheim als Krösus der 2. Liga die Bundesliga entern, während der HSV (wie oben angedeutet) ins absolute Tal der Tränen abstürzen würde. Auch mit der hochgelobten Borussia aus Dortmund gehen die kicker-Journalisten hart ins Gericht, während sich Hoffenheim offenbar komplett unter Wert verkauft hat. Auch die realen Abschlussplatzierungen von Magedburg und Fürth wollen so gar nicht zu den gezeigten Leistungen passen. Und die Relegation heute Abend würden nicht der VfB und Union bestreiten, sondern der Club und der Jahn aus Regensburg bzw. der Effzeh.

Die folgenden Tabellen zeigen dies auf einen Blick (zum Vergrößern anklicken):

Da in der Abschlusstabelle oftmals am letzten Spieltag noch Bewegungen möglich sind und gewisse Tabellenbereiche nahezu identische Punktzahlen aufweisen, habe ich schon vor Jahren den sogenannten Diskrepanzwert als Gradmesser für besonders krasse Abweichungen festgelegt. Dabei werden nicht die Abweichungen der Tabellenplätze in den beiden Ranglisten angegeben, sondern die Differenz der Punktzahlen. Wenn also der kicker RB Leipzig die zweitbeste Benotung zukommen lässt, dann ist der Diskrepanzwert nicht 1 (also Platz 2 beim kicker, Platz 3 in der Bundesliga), sondern 10, da zwischen Leipzig (66 Punkte) und Dortmund (76 Punkte) zehn Punkte liegen. Lässt sich über diese Interpretation sicher noch trefflich streiten, da Leipzig beim kicker nur um 0,01 Notenpunkte vor dem dort drittplatzierten Team liegt, (und damit auf dem Rang, auf dem es tatsächlich eingekommen ist), so ist just der Klub auf dem kicker-Rang 3 ein Argument für den Diskrepanzwert: Hoffenheim. Die Nagelsmann-Truppe hat mit ihrem konsequenten Offensivstil vielen Partien ihren Stempel aufgedrückt, verwertete ihre Überlegenheiten aber oftmals aufgrund grotesker Abschlussschwächen nicht in Zählbares.

Ergo: Die Gegenüberstellung der Abschlusstabelle mit der kicker-Rangliste unter Einbezug des Diskrepanzwertes kann kontrovers diskutiert werden, sie gibt aber eine Ahnung davon, wer ein wenig oberhalb seiner Gewichtsklasse zugeschlagen hat oder zu schlecht abschnitt. Eine schöne Spielerei ist sie allemal.

Hier sind die von mir getätigten Auswertungen der letzten Jahre (nur 1. Bundesliga):

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