Insider im Gespräch über … Tim Skarke

Neuzugang Nummer 4 steht fest. Tim Skarke stößt aus Heidenheim nach Darmstadt. Der 22-jährige Flügelspieler kennt die 2. Bundesliga ganz gut, wenngleich er in den letzten beiden Spielzeiten kein allzu großer Faktor mehr bei seinem Ausbildungsverein war. Jetzt also der Tapetenwechsel, der für ihn  sicher mit der Hoffnung verbunden ist, wieder an seine bislang stärkste Saison (2016/17) anzuknüpfen. Über den ehemaligen Shootingstar der Heidenheimer tausche ich mich mit Timo aus, der unter anderem für den kicker über den FCH berichtet.

Timo, Tim Skarke ist im Darmstädter Umfeld kein sonderlich großer Name. Beim 1. FC Heidenheim war er es zumindest einmal. Im Sommer 2017 war er das erste Eigengewächs, das es in die U21-Nationalelf des DFB geschafft hat …
‚Er war es einmal‘ ist etwas zu hart formuliert. Klar hat er in der vergangenen Saison nicht mehr die größte Rolle gespielt, das lag aber eher daran, dass Trainer Frank Schmidt eine Kernmannschaft zusammengestellt hat, die qualitativ unheimlich stark gewesen ist.

In der Saison 2016/17 machte Skarke mit 25 Ligaspielen und sechs Torbeteiligungen stark auf sich aufmerksam. Was zeichnete ihn damals als Jungspund besonders aus und konnte er sich etwas davon bewahren, selbst wenn er zuletzt nur noch selten spielte?
Ich denke schon, dass er sich einiges bewahren konnte. In Heidenheim hat er gelernt, dass er in der 2. Liga mithalten kann. Er ist ein sehr dynamischer Spielertyp, der mit seiner Schnelligkeit in der Lage ist eine Abwehr auszuhebeln. Ich würde ihn zudem als technisch versiert beschreiben. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass er Standards treten kann. In Heidenheim gibt es hierfür allerdings zu viele andere, die das können. Deshalb durfte er es nie zeigen.

Du hast damals FCH-Kapitän Marc Schnatterer interviewt und ihn zu Skarke als seinen möglichen Nachfolger befragt. Schnatterer bestätigte, dass Skarke ein ähnlicher Spielertyp wie er sei, er aber weiter hart an sich arbeiten müsse. Warum stagnierte Skarke in den vergangenen zwei Spielzeiten?
Wow, erst einmal Hut ab, dass Du dieses Interview recherchiert hast. Als ich Marc Schnatterer das fragte, war ich fest davon überzeugt, dass Tim ihn einmal beerben würde. Jetzt ist es anders gekommen, so ist der Fußball und ich schließlich kein Prophet. Warum er nicht mehr spielte, habe ich oben angedeutet. Ich denke tatsächlich, dass es eher die Stärke der anderen war, die dazu führte, dass er es nicht mehr richtig in die Mannschaft geschafft hat. Dazu warfen ihn immer mal wieder kleinere Verletzungen zurück. In den vorangegangenen Spielzeiten bestand viel häufiger die Möglichkeit zur Rotation. Tim Skarke ist nach wie vor ein ordentlicher Zweitligaspieler. Darmstadt darf sich auf ihn freuen.

Heidenheims Coach Frank Schmidt sagte einmal über Tim Skarke, er bringe viel Tempo mit und habe einen guten Abschluss. Lässt ihn das auch für andere Positionen infrage kommen, oder ist er doch am allerbesten auf dem Flügel aufgehoben?
In Darmstadt ist die rechte Seite doch von Marcel Heller geblockt, oder nicht? Aber im Ernst: Da Schmidt stets auf Defensivverhalten geachtet hat, könnte ich mir auch vorstellen, dass Tim durchaus in der Kette aushelfen könnte. Wenn er über außen kommt, ist er aber schon am stärksten.

Vorbehaltlich der noch zu tätigenden Transfers: Traust Du ihm zu, sich bei den Lilien durchzusetzen?
Definitiv. Vielleicht ist es genau dieser Impuls des Wechsels, der Tim wieder zu alter Stärke finden lässt. Er wird sich jedenfalls bei den Lilien direkt zum Start voll reinhauen, davon bin ich überzeugt. Darmstadt ist übrigens erst der dritte Verein, in dem Tim überhaupt spielen wird. Das ist eine krasse, weil so seltene Statistik.

Der FCH scheint ihm keine Steine in den Weg gelegt zu haben …
Warum sollte der FCH einem verdienten Spieler, der zehn oder elf Jahre dem Verein die Stange gehalten hat, Steine in den Weg legen? Ich habe kurz nach dem Saisonfinale ein langes Interview mit dem FCH-Vorstandsvorsitzendem Holger Sanwald geführt und da ging es natürlich auch um Transfers. Das scheinst Du noch nicht gelesen zu haben? (schmunzelt)

Touché! 😉
Sanwald sieht die Dinge im Profifußball jedenfalls so pragmatisch wie möglich. Wenn einer gehen möchte, und so war es bei Tim ja augenscheinlich, dann müsse man eine Lösung finden, sprich entsprechende Ablöse generieren. Das scheint hier alles passiert zu sein. Win-win-Situation würde ich sagen.

Mit Mathias Wittek trifft Skarke beim SVD auf einen ehemaligen Mitspieler. Weißt Du, ob die beiden sich gut verstanden haben?
Das kann ich Dir leider nicht sagen. Wer da mit wem zusammenhängt, ist mir nicht bekannt. Ich weiß, dass beide recht umgängliche Typen sind, aber doch auch sehr unterschiedlich. Da ist zum einen der Familienvater Wittek und zum anderen der hippe „Blinky“, so wurde er beim FCH immer genannt. Ich denke schon, dass sie sich gut verstehen, denke aber nicht, dass sie gemeinsam Darmstadt unsicher machen werden. (lacht)

Solange er die gegnerischen Abwehrreihen verunsichert, wäre mir das fast egal. Besten Dank, Timo!


Bisherige Insider-Interviews zu den Sommerneuzugängen:

2 Gedanken zu “Insider im Gespräch über … Tim Skarke

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